Freitag, 24.09.2004
Nightwish live at Joensuun Areena
Die Areena, eine Sporthalle, wurde letztes Jahr fertiggestellt, sie ist das größte Holzgebäude Europas. Heute war sie Schauplatz des Nightwish-Konzerts. Mit von der Partie waren David und Tina, eine Physikstudentin aus Jena, die mit in Joensuu bei EILC war und jetzt in Helsinki studiert.
Nachdem wir verstanden hatten, dass wir unsere Tickets erst noch in Armbänder umwandeln mussten, wurden wir reingelassen und schauten uns erstmal etwas verloren um. Noch waren nicht besonders viele Leute da, und die Areena ist schon ziemlich groß.
Um 20:30 spielte Twilightning, eine Heavy-Metal-Band aus Imatra. Sechs Jungs mit fliegenden Mähnen, enganliegenden Lederhosen und einer tüchtigen Portion Lärm. Sie spielten eine knappe Stunde, und dann begann das große Warten, denn Nightwish waren erst für nach zehn angekündigt.
Kurz vor zehn begann in den vorderen Reihen einiger Applaus, wir konnten nicht wirklich erkennen warum, denn obwohl wir nur vielleicht 10 Meter von der Bühne entfernt waren, sahen wir gar nichts. Vermutlich hatte da jemand irgendwelche wichtigen Leute auf der Bühne beim Aufbauen beobachtet. Waren wir vorher noch eher am hinteren Ende des Pulks, befanden wir uns jetzt mittendrin. 4000 Leute füllten die Halle etwa zur Hälfte, würde ich schätzen.
Und dann ging’s los. Mit einem großen Knall und Feuerwerk wurde tüchtig losgerockt. Das war ja nun mein erster Besuch auf einem richtigen Rockkonzert, und liebe Güte, es ist laut. Ich war heilfroh, dass ich meine Ohrstöpsel dabei hatte. Die Menge legte auch los, am besten jedoch war ein kleines Mädchen neben uns, vielleicht fünf Jahre alt, das auf dem Rücken/Schultern seiner großen Schwester saß und genauso wie alle anderen die erhobene Faust schüttelte. (Es trug ebenfalls Ohrstöpsel, insofern war ich ganz beruhigt).
Nightwish spielten ihr Programm routiniert, und Tarja, die Sängerin, hat schon eine enorme Bühnenpräsenz. Leider war nicht wirklich zu erkennen, ob sie eigentlich Spass bei der Sache hatten, aber vielleicht dürfen Heavy-Metaler keinen Spass haben, wer weiß. Es wurde ordentlich Show gemacht, mit Flammenwerfern, Regenvorhängen und Konfetti, da steppte durchaus der Bär.
Die Setliste
- Dark Chest Of Wonders
- Come Cover Me
- Phantom Of The Opera
- Dead To The World
- Nemo
- Sleeping Sun
- Land Of Destruction (?)
- Bless The Child
- Ever Dream
- Higher Than Hope
- Wishmaster
- Ghost Love Score
Zugaben: - Dead Boy’s Poem
- Slaying The Dreamer
- Wish I Had An Angel
Ich hatte zuerst versucht, mir die Lieder “einfach so” durch nummerieren zu merken, aber das hat nicht geklappt, und deshalb habe ich mir dazu drei kleine Geschichten erzählt:
- In einer Truhe1 verbirgt2 sich das Phantom3, das stirbt4, und ist deshalb niemand5 mehr.
- Es ist Nacht6 im Land of Destruction7, wir singen dem Kind8 ein Schlaflied, woraufhin es süß träumt9; am Morgen geht die Sonne10 auf (“red sun rising”, danke Tina für diese Zeile, wir wussten beide den Titel nicht).
- Der Wishmaster11 hat eine Liebesaffäre12, schreibt seiner Angebeteten Gedichte13, aber die Liebe wird nicht erwidert, deshalb begeht er Selbstmord14 und hinterlässt nur einen Abschiedsbrief15.
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